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Vorwort

Einführung in das Buch

Mein Lehrerleben war nicht leicht, aber bei allem – es war immer mein Leben, und das machte es für mich lebenswert, beglückend und letztendlich sinnvoll. Das Ziel dieses Anti-Jammer-Buchs: ehrlich und ungeschönt den Schulalltag Revue passieren zu lassen, einen Schulalltag des Tuns, Handelns, Anpackens, ohne permanente Absicherung, ohne lähmende Fragestellung: Lohnt sich das Ganze? Das Leben gleicht einer Brücke über einen Abgrund, die bei jedem Schritt entsteht, den wir gehen. Wir müssen nur gehen! Es ist ein Mutmach-Buch, ein Anpack-Buch, ein Power-Buch, ob nun die Idee groß oder klein, glückte oder scheiterte, stets unser Weg – Lehrer und Schüler! Der ideale Zeitpunkt war nicht der ideale Zeitpunkt, der ideale Zeitpunkt war das damalige Heute! Und im Gehen wurde er zum idealen Zeitpunkt!
Die konservative pädagogische Ausrichtung heißt Bewährtes bewahren, Neues nicht nur wagen, sondern in innerer Begeisterung vorantreiben – in Disziplin, Anspruch und Durchhaltevermögen. Stärkung der Persönlichkeit durch Herausforderung und Ermutigung: nicht Kuschelecke, sondern Engagement-Raum, nicht Komfort-Zone, sondern Wagnis-Welt, nicht permanentes Entschuldigen, sondern klare Ansage, nicht Jugendwahn, sondern Erwachsenen-Widerstand, nicht der Jugend nachlaufen, sondern der Jugend Vorbild sein, nicht bei der Jugend sich einschleimen, sondern die Jugend als Gegenüber ernstnehmen. Und dann gemeinsam gehen!
Nicht den Klage-Ritualen im Lehrerzimmer gehört die Zukunft, sondern dem Realismus, in eine nicht ideale Schulwelt einen Engagement-Strahl Änderung zu bringen, nicht mehr, nicht weniger, aber das wenigstens zu tun! Nicht zum Ideal hinträumend fliegen und scheitern, sondern das Machbare tun und stolz darauf sein.
Dieses Buch ist eine Sammlung von immer neuen, teilweise verrückten Ideen, von Erfolgen, Scheitern und der Überzeugung, es lohnt sich zu gehen. Credo: Die Brücke über die Schul-Realitäts-Frustration entsteht bei jedem Schritt, den wir gehen! Gehen wir!
Klaus Schenck, Oktober 2019

Berthold Brecht: Herr Keuner und die Flut
Herr Keuner ging durch ein Tal, als er plötzlich bemerkte, dass seine Füße im Wasser
gingen. Da erkannte er, dass sein Tal in Wirklichkeit ein Meeresarm war und dass die Zeit
der Flut herannahte. Er blieb sofort stehen, um sich nach einem Kahn umzusehen, und
solange er auf einen Kahn hoffte, blieb er stehen. Als aber kein Kahn in Sicht kam, gab er
diese Hoffnung auf und hoffte, dass sein Wasser nicht mehr steigen möchte. Erst als ihm
das Wasser bis ans Kinn ging, gab er auch diese Hoffnung auf und schwamm. Er hatte
erkannt, dass er selber ein Kahn war.
https://nosologoethevlc.files.wordpress.com/2013/03/brecht-geschichten-keuner.pdf (31.07.2020)


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